Die Zukunft der Vorsorge beginnt jetzt

Herr Junker, viele Menschen erleben die aktuelle Zeit als unsicher. Warum ist Vorsorge heute wichtiger denn je?

Die Welt verändert sich schneller als je zuvor. Geopolitische Krisen, wirtschaftliche Unsicherheit, demografischer Wandel. Preissteigerungen bei Dingen des täglichen Bedarfs oder die Frage nach bezahlbarem Wohnraum beschäftigen viele Menschen ganz konkret in ihrem Alltag. Umso wichtiger wird zuverlässige und kompetente Vorsorge.

Dabei geht es längst nicht nur um Versicherungen oder Finanzprodukte. Es geht um die Frage: Wie möchte ich in Zukunft leben? Wie sichere ich meine Familie ab? Wie werde ich Eigentümer einer Immobilie? Wie sorge ich für das Alter vor? Genau bei diesen Fragen wollen wir Menschen begleiten und Orientierung geben.

Was bedeutet das konkret für die W&W-Gruppe?

Wir wollen der Partner sein, an den Menschen denken, wenn es um die großen Vorsorgefragen ihres Lebens geht. Wir verstehen unsere Kundinnen und Kunden und entwickeln Lösungen, die einfach, verständlich und relevant sind und die funktionieren.

Wir entwickeln unsere Produkte, Services und Beratungsangebote kontinuierlich weiter. Unser Anspruch ist es, Vorsorge so einfach wie möglich zu machen.

Früher stand die Branche vor allem für Verträge und Produkte. Heute sprechen viele Unternehmen über Kundenerlebnisse. Ist das mehr als ein Schlagwort?

Das sollten wir weniger an Schlagworten orientieren.

Produkte bleiben wichtig. Aber ein gutes Produkt allein reicht nicht. Kundinnen und Kunden erwarten heute, dass sie schnell und gute Antworten erhalten, Anliegen einfach erledigen können und genau die Unterstützung bekommen, die sie gerade brauchen.

Deshalb betrachten wir die gesamte Kundenreise. Von der Beratung über den Abschluss bis zum Servicefall. Unser Ziel ist es, jede dieser Stationen einfacher, verständlicher und komfortabler zu gestalten.

Viele Finanzdienstleister investieren derzeit massiv in Künstliche Intelligenz. Welche Rolle spielt KI bei der W&W?

Eine sehr wichtige.

KI wird unsere Branche nachhaltig verändern. Wir sehen darin vor allem die Chance, schneller, effizienter und kundenorientierter zu werden. Schon heute setzen wir KI in verschiedenen Bereichen ein, etwa im Kundenservice, bei Analysen oder in internen Prozessen.

Entscheidend ist aber etwas anderes: KI darf kein Selbstzweck sein. Sie muss einen konkreten Mehrwert schaffen. Wenn ein Kundenanliegen schneller bearbeitet wird oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr Zeit für individuelle Betreuung haben, wenn die Qualität der Beratung steigt, wenn die Kundinnen und Kunden noch besser abgeholt werden, dann entsteht dieser Mehrwert.

Bedeutet das, dass persönliche Beratung an Bedeutung verliert?

Nein, im Gegenteil.

Je digitaler die Welt wird, desto wichtiger wird die persönliche Beratung in komplexen Situationen. Wer eine Immobilie finanzieren möchte, seine Altersvorsorge plant oder nach einem schweren Schadensfall Unterstützung braucht, erwartet mehr als einen digitalen Prozess. Aber: KI kann dabei sehr gut unterstützen.

Deshalb glauben wir an ein hybrides Modell: digitale Services dort, wo sie das Leben einfacher machen, und persönliche Beratung dort, wo Erfahrung, Vertrauen und individuelle Begleitung gefragt sind.

Die W&W-Gruppe investiert zugleich stark in Digitalisierung und Effizienz. Wie passt das mit Kundennähe zusammen?

Für mich gehört das unmittelbar zusammen.

Effizientere Prozesse schaffen Freiräume für bessere Beratung, schnelleren, guten Service und neue Angebote. Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Sie hilft uns dabei, die Erwartungen unserer Kundinnen und Kunden besser zu erfüllen.

Gleichzeitig benötigen wir die wirtschaftliche Stärke, um weiter in Innovationen, Produkte und Dienstleistungen investieren zu können. Beides bedingt sich gegenseitig.

Auch das Thema Wohnen bleibt für viele Menschen eine große Herausforderung. Wie sehen Sie die Entwicklung?

Der Wunsch nach Wohneigentum ist in Deutschland unverändert groß. Gleichzeitig erleben viele Menschen, wie schwierig der Weg dorthin geworden ist.

Deshalb braucht es aus meiner Sicht mehr Unterstützung für die Eigenkapitalbildung und langfristig verlässliche Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau. Wohneigentum ist für viele Familien ein zentraler Baustein der privaten Vorsorge. Hier sehen wir weiterhin großen Handlungsbedarf.

Nachhaltigkeit ist ebenfalls ein wichtiges Thema. Welche Rolle spielt sie für die W&W-Gruppe?

Nachhaltigkeit verstehen wir als Teil unserer Verantwortung. Sie ist kein einzelnes Projekt und auch kein kurzfristiger Trend.

Wir berücksichtigen Nachhaltigkeitsaspekte in unserer Unternehmenssteuerung, im Geschäftsbetrieb, bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, bei Kapitalanlagen, in unseren Produkten und in unserem gesellschaftlichen Engagement. Gleichzeitig wollen wir unsere Kundinnen und Kunden dabei unterstützen, zukunftsorientierte Entscheidungen zu treffen, etwa bei energetischen Modernisierungen oder modernen Vorsorgelösungen

Wenn wir in fünf Jahren noch einmal miteinander sprechen: Woran möchten Sie dann gemessen werden?

Daran, ob wir für unsere Kundinnen und Kunden relevanter geworden sind.

Natürlich sollen Wachstum, Ertrag und wirtschaftlicher Erfolg stimmen. Entscheidend ist für mich aber, dass Menschen die W&W-Gruppe so wahrnehmen, wie sie tatsächlich ist: als modernen, verlässlichen und leistungsstarken Vorsorgepartner.

Wenn es uns gelingt, Kundennähe, persönliche Beratung, starke Produkte und die Möglichkeiten neuer Technologien erfolgreich miteinander zu verbinden, dann werden wir auch in Zukunft erfolgreich sein.