Grunderwerbsteuer-Regelung im Kaufvertrag ist entscheidend
Beim Immobilienkauf fällt Grunderwerbsteuer an, die das Finanzamt entweder dem Käufer oder dem Verkäufer auferlegen kann. Daher klärt der Kaufvertrag meist vorab, wer die Steuer zahlt. Diese Vereinbarung bindet das Finanzamt, es sei denn, es begründet eine abweichende Entscheidung. Darauf weist die Wüstenrot Bausparkasse hin.
Bei einem Grundstücksgeschäft hatten Käufer und Verkäufer entschieden, die fällige Grunderwerbsteuer je zur Hälfte zu bezahlen. Dies legten sie im Kaufvertrag so fest. Das zuständige Finanzamt erließ einen Steuerbescheid, forderte jedoch nur den Käufer zur Zahlung des gesamten Steuerbetrags auf, ohne dies weiter zu begründen.
Da der Kaufvertrag eine andere Regelung vorsah, widersprachen Käufer und Verkäufer der Anordnung des Finanzamts. Schließlich landete der Fall vor Gericht. Der Bundesfinanzhof, Deutschlands höchstes Finanzgericht, gab ihnen recht. Laut seinem Urteil kann zwar ein Finanzamt nur eine der Vertragsparteien zur Steuerzahlung heranziehen, muss dabei aber vertraglich getroffene Vereinbarungen beachten. Weicht es davon ab, muss es dies begründen.
Im vorliegenden Fall unterblieb dies. Laut Urteil des Bundesfinanzhofs (Az. II R 19/22) hat das Finanzamt daher die getroffene Vereinbarung aus dem Kaufvertrag zur hälftigen Aufteilung der Steuerzahlung zu akzeptieren.
Kornwestheim, 17. April 2026
Über die W&W-Gruppe
1999 aus dem Zusammenschluss der beiden Traditionsunternehmen Wüstenrot und Württembergische entstanden, entwickelt und vermittelt die W&W-Gruppe heute die vier Bausteine moderner Vorsorge: Absicherung, Wohneigentum, Risikoschutz und Vermögensbildung. Sie verbindet die Geschäftsfelder Wohnen und Versichern mit den digitalen Initiativen und Marken des Konzerns wie Adam Riese und bietet auf diese Weise Kundinnen und Kunden die Vorsorgelösung, die zu ihnen passt. Dabei setzt die W&W-Gruppe auf den Omnikanalvertrieb, der von eigenen Außendiensten über Kooperations- und Partnervertriebe sowie Makleraktivitäten bis hin zu digitalen Initiativen reicht. Für den börsennotierten Konzern mit Sitz in Kornwestheim arbeiten derzeit rund 13.000 Menschen im Innen- und Außendienst.