Bürger sehen hohe Wohnkosten als Nachteil für die Region Stuttgart

Die Region Stuttgart ist hoch attraktiv – und Wohnen wird hier immer teurer. Rund 87 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner erwarten in den nächsten fünf Jahren einen weiteren Anstieg der Immobilienkosten. Vor allem Bürger mit einem Haushaltsnettoeinkommen von unter 2.500 Euro sehen dadurch einen Standortnachteil für die Region Stuttgart (64 Prozent). Mehr als die Hälfte der Befragten der unteren Einkommensklassen würde jedoch eine geringere Wohnfläche zur Senkung der Kosten in Kauf nehmen. Das sind die zentralen Ergebnisse einer aktuellen, repräsentativen Kantar TNS-Umfrage in der Region Stuttgart (Stadt Stuttgart sowie Landkreise Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg und Rems-Murr) im Auftrag der Wüstenrot & Württembergische-Gruppe.

In den vergangenen zwei Jahren ist der Anteil der Bevölkerung in der Region Stuttgart, die in den kommenden fünf Jahren (bis 2020 bzw. bis 2022) einen weiteren Anstieg der Immobilienkosten erwartet, deutlich von 80 Prozent im Jahr 2015 auf rund 87 Prozent gestiegen. Der Anteil derjenigen, die einen erheblichen Anstieg von über 10 Prozent erwarten, erhöhte sich dabei von 24 Prozent auf nunmehr 32 Prozent. Mehr als die Hälfte der Befragten befürchtet durch die steigenden Wohnkosten einen Standortnachteil für die Region. Bei Einwohnern mit einem Haushaltsnettoeinkommen von unter 2.500 Euro sind es sogar knapp zwei Drittel.

Attraktivität und niedrige Bauzinsen treiben Preise

Als Hauptgrund für die wachsenden Immobilienpreise sehen vier von fünf Befragte die hohe Attraktivität der Region Stuttgart. Aber auch die Ansprüche an den Wohnraum seien gestiegen, meinten rund 68 Prozent.

Über 60 Prozent der Bürger der Region Stuttgart sehen die Geldpolitik als ursächlich an: Eine hohe Investitionsbereitschaft aufgrund niedriger Bauzinsen sowie fehlender alternativer Anlagemöglichkeiten für Sparer oder Investoren treibt die Immobilienpreise nach oben. Mehr als die Hälfte der Befragten schätzt zudem, dass der geringe Ausweis von Baugrundstücken und hohe rechtliche und bauliche Anforderungen die Preise ansteigen lasse.

Untere Einkommensklassen sind eher zu Abstrichen bei der Wohnfläche bereit

Angesichts der Wohnsituation zeigen sich die Einwohner der Region Stuttgart flexibel bei neuen Wohn- und Arbeitsformen. Bürger mit einem Haushaltsnettoeinkommen von unter 2.500 Euro sind eher bereit, Abstriche bei der Wohnfläche zu machen (58 Prozent), als Einwohner in den höheren Einkommensklassen (35 Prozent). Dafür zeigen die Befragten mit einem Haushaltsnettoeinkommen von über 2.500 Euro mit 71 Prozent eine deutlich größere Bereitschaft für alternative Arbeitsformen wie zum Beispiel die Arbeit im Home-Office. Bei den Befragten der unteren Einkommensklassen waren es nur 56 Prozent.

Dazu Bernd Hertweck, Vorstandsvorsitzender der Wüstenrot Bausparkasse AG: „Bezahlbarer Wohnraum in der Region Stuttgart muss auch für Durchschnittsverdiener zur Verfügung stehen. Hier brauchen wir vor allem innovative Wohnraumkonzepte und gemeinsame Anstrengungen von den Städten und Gemeinden. Wohnwünsche heute umfassen nicht allein den Bau oder Kauf einer Immobilie, sondern Modernisieren und Renovieren, Einrichten und Design, stressfreies Leben und sich sicher und beschützt fühlen.“

Große Offenheit für neue Arbeitsformen

Insgesamt können sich zwei Drittel der Befragten vorstellen, angesichts der Immobilienpreise im Home-Office auch außerhalb der Region Stuttgart zu arbeiten. Jeder Zweite würde für Präsenztage im Unternehmen ein Apartment in der Stadt Stuttgart mieten. Ebenfalls etwa die Hälfte der Befragten kann sich vorstellen, Wohnraum zu nutzen, der vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt wird. Ein Wohnungstausch Stadt versus Land auf Zeit für längere Präsenzzeiten im Unternehmen kommt für die Einwohner der Region Stuttgart dagegen nicht in Frage. Mehr als zwei Drittel der Befragten lehnte diese Option ab. Interessant ist hierbei, dass die jüngere Altersgruppe von 18 bis 39 Jahren – unter dem Einfluss der Share Economy – deutlich aufgeschlossener für ein solches Modell ist. 31 Prozent könnten sich einen solchen Wohnungstausch vorstellen. In der Altersgruppe 40 bis 64 Jahre sind es etwa 22 Prozent, in der Altersgruppe ab 65 Jahre noch 20 Prozent.

Methodik: Kantar TNS hat im Zeitraum 6. bis 20. März 2017 im Auftrag der Wüstenrot & Württembergische AG insgesamt 500 Personen telefonisch befragt, davon 200 in der Stadt Stuttgart und 300 in den angrenzenden Landkreisen. Die Befragung ist repräsentativ für die Bevölkerung der Region Stuttgart ab 18 Jahren.

Stuttgart, 8. Mai 2017

Wüstenrot & Württembergische – Der Vorsorge-Spezialist

Die Wüstenrot & Württembergische-Gruppe ist „Der Vorsorge-Spezialist" für die vier Bausteine moderner Vorsorge: Absicherung, Wohneigentum, Risikoschutz und Vermögensbildung. Im Jahr 1999 aus dem Zusammenschluss der Traditionsunternehmen Wüstenrot und Württembergische entstanden, verbindet der börsennotierte Konzern mit Sitz in Stuttgart die Geschäftsfelder BausparBank und Versicherung als gleichstarke Säulen und bietet auf diese Weise jedem Kunden die Vorsorgelösung, die zu ihm passt. Die rund sechs Millionen Kunden der W&W-Gruppe schätzen die Service-Qualität, die Kompetenz und die Kundennähe des Vorsorge-Spezialisten, für den rund 13.000 Menschen arbeiten. Dank eines weiten Netzes aus Kooperations- und Partnervertrieben sowie Makler- und Direkt-Aktivitäten kann die W&W-Gruppe mehr als 40 Millionen Menschen in Deutschland erreichen. Die W&W-Gruppe setzt auch künftig auf Wachstum und hat sich bereits heute als größter unabhängiger und kundenstärkster Finanzdienstleister Baden-Württembergs etabliert.