Vom Zierteich bis zum Heimbiotop

Manch ein Hausbesitzer erliegt der Verlockung, einen Gartenteich anzulegen. Ob daraus gleich ein Refugium für Koikarpfen, Rotaugen und Elritzen oder ein Becken mit illuminierten Wasserspielen oder ein Heimbiotop werden soll, hängt von der Größe des Platzes, der Lage oder vom Etat ab, meint die Wüstenrot Bausparkasse AG, eine Tochter des Vorsorge-Spezialisten Wüstenrot & Württembergische. Bereits einfache, mit viel Hingabe inszenierte Zierteiche können einen Garten verschönern.

Ein Zierteich ist ein anpassungsfähiges und schmückendes Element, das in so gut wie jeden Garten passt. Ihn zu bauen, ist kein Hexenwerk. Im Prinzip geht es um ein Loch in der Erde, das abgedichtet und mit Wasser gefüllt werden muss. Ein paar Pflanzen gehören dazu und etwas Geduld, damit sich die Natur entfalten kann. Das ist das Prinzip. Die Realität hat aber oft ihre Tücken, etwa bei der Standortwahl.

Ein Teichüberlauf mit Sumpfzone

Es geht um ein möglichst ebenes, jedenfalls sonniges Grundstück, idealerweise auch an sonnigen Tagen mit zwei bis drei Schattenstunden täglich. Laubholz sollte nicht in der Nähe sein, um im Herbst fallende Blätter möglichst vom Becken fern zu halten. Auch wäre es schade, wenn der Gartenteich an der Wasserkante abrupt aufhörte. Wie in der Natur außerhalb des Gartenzauns auch, bietet es sich an, im Anschluss zum Beispiel einen vom Regen gespeisten Teichüberlauf als Sumpfzone anzulegen – eine kleine Feuchtwiese mit relativ anspruchslosem Bewuchs, etwa Gauklerblumen. Bei größeren Gärten empfiehlt sich auch ein Weiden- oder Faulbaumgebüsch.

Teichform und -tiefe sind vorab festzulegen. Dauerhaft und nahezu unverwüstlich ist ein betoniertes Teichbecken zur Abdichtung gegen das Erdreich. Sehr verbreitet sind Exemplare aus Folien oder aus Hartkunststoff, die aber bei Naturliebhabern, auch wenn das Material als umweltschonend ausgewiesen ist, wenig Resonanz finden. Etwas aufwendiger, dem Charakter eines Feuchtbiotops jedoch eher gerecht wird folgende Alternative: Die gewünschte Form wird mit zwei Schichten aus Lehmziegeln ausgelegt und mit Kies und Pflanzenerde verfestigt und abgedeckt. Für eine große Vielfalt von Kleinlebensräumen wird die Wasserstelle mit drei unterschiedlich tiefen Zonen ausgelegt. In der Mitte eine Tiefe von 60 Zentimetern, besser noch einen Meter¬, um Seerosen genügend Lebensraum zu bieten. Die nächste Zone hat eine Wassertiefe von 20 bis 50 Zentimetern, die dritte schließlich leitet über zum Ufer. Die Böschungen und Übergänge sollten möglich sanft, höchstens jedoch mit einer 50prozentigen Steigung versehen sein, damit sich dort Erde halten kann.

Wuchernde Pflanzen entfernen

Bei der Erstbepflanzung, etwa mit Hornblatt, Wasserlinsen, Seekannen, Binsen und Rohrkolben, sollte man eher etwas großzügiger sein, weil der Schwund im ersten Jahr erheblich sein kann. Unter Naturschützern ist die Verwendung heimischer Pflanzenarten im Gartenteich ein Muss; andere sehen in einer Mischung das Optimum, wobei dann auch ein paar Exoten darunter sein dürfen. Wasserpflanzen sollten möglichst im Frühjahr angesiedelt werden. Gegen Grünalgenbewuchs ist buchstäblich kaum ein Kraut gewachsen, es sei denn man setzt ihnen konsequent mit Nährstoffentzug zu, indem wuchernde Teichpflanzen regelmäßig entfernt werden. Auch hilft die Ansiedlung von Wasserschnecken oder ein Dutzend Moderlieschen, ein Schwarmfisch, der Algen abweidet. Wenn alle Bemühungen versagen, wäre auf technisches und chemisches Teichzubehör zu verweisen. Nicht unbedingt jeder Teich muss Fische beherbergen. 3.000 oder gar 3.500 Liter Volumen sollten vorhanden sein, damit diese Tiere angenehm leben können. Dazu brauchen sie klares Wasser, was mit einer Pumpe und technischen oder biologischen Wasserfiltern erreicht wird.

Sicherheit, nicht nur für Kinder

Wenn ein Zierteich lange Freude bereiten soll, muss die Sicherheit rund ums Becken stimmen. Eine tritt- und rutschfeste Uferbefestigung schützt Kinder und Bewunderer vor dem Ausrutschen und nützt dem Gartenbesitzer selber bei der Arbeit rund um den Pflanzteich. Hilfreich sind einige Ausstiegmöglichkeiten rund um die Wasserstelle.

Tipps von Wüstenrot zum Bau und Unterhalt eines Zierteiches

  • Genau wie die meisten ihrer Verwandten in den Beeten brauchen die Wasserpflanzen nährstoffreiches Substrat, zum Beispiel spezielle Teicherde. Damit die Nährstoffe nicht ausgeschwemmt werden, ist ein bindiger Boden aus Lehm, Ton oder Schluff erforderlich.
  • Teichpflanzen können direkt in das Substrat eingebettet werden. Wenn sich das Pflanzmaterial in Körben oder Taschen befindet, bleibt es eher am vorgesehenen Platz und lässt sich besser in Schach halten.
  • Eine Teichbelüftung, um Sauerstoff zuzuführen, entfällt, wenn genug sauerstoffproduzierende Pflanzen zur Selbstreinigung des Wassers vorhanden sind.
  • Sauerstoffmangel kann auch durch kontinuierliche Wasserzirkulation, etwa durch wasserspeiende Gartenteichstatuen, vermieden werden.
  • Große künstliche Wassergärten reinigen sich nicht von selbst; es gehören dann Filtertanks und Fischteichfilter dazu.